Fragebogen MentorInnen

SINGA berufliches Mentoring

Unser Ansatz

Eine klassische Mentoring-Beziehung ist klar strukturiert: Carla hat auf einem Gebiet mehr Wissen und Erfahrung als Max. Er möchte beruflich oder privat voran kommen und sucht Carlas Rat. Sie vereinbaren regelmäßige Treffen, bei denen die beiden Max‘ Situation erörtern, sie ihm Kontakte vermittelt oder zusammen an einer Bewerbungsstrategie gefeilt wird. Diese Mentoring-Beziehung geht nur in eine Richtung, nämlich von Carla zu Max.

Wir verfolgen hingegen einen Ansatz, der das Wissen und die Erfahrung von Max aufwertet. Unsere Geschichte von Carla und Max sieht also etwas anders aus: In unserem Fall ist Max in einer besonderen Situation. Er ist nocht nicht lange in Deutschland, spricht unter Umständen nur wenig Deutsch und hat bisher kaum Leute kennengelernt. Er merkt schnell, dass er Unterstützung braucht, um beruflich und gesellschaftlich richtig ankommen zu können.

Bevor er nach Deutschland fliehen musste, war Max in der Ukraine acht Jahre lang als Bauzeichner tätig. Diesen Beruf würde er gerne weiter ausüben. Durch unsere Vermittlung trifft er Carla, die derzeit als Architektin arbeitet.  Carla ist gut vernetzt und weiß, was es braucht, um in ihrer Branche zu bestehen. Sie kann Max Tipps geben, wie er sich sinnvoll weiterqualifizieren kann, wo sich ein Praktikum lohnt oder wo er schon mit Englisch-Kenntnissen eine erste Anstellung finden kann. Carla kann Max auch zeigen, welche Gepflogenheiten es in ihrem beruflichen Kontext in Deutschland gibt und wie die hiesige Arbeitskultur aussieht.

Aber auch Max bringt Wissen und Erfahrung mit, die Carla nicht hat. Er kennt sich gut im osteuropäischen Bausektor aus und weiß, wie man dort geschäftlich erfolgreich sein kann. Auch von seinen Arbeitsmethoden kann Carla noch etwas lernen. Zudem hat Carla ein Studienjahr in Kiev verbracht und möchte gerne wissen, wie sich die Stadt seit dem entwickelt hat.

Für uns steht Max‘ politischer Status „Flüchtling“ nicht an erster Stelle. Wir arbeiten vielmehr mit der allgemeinen Situation, in der er sich befindet. Er ist neu an einem Ort und muss sich zurechtfinden. Wäre Max nicht hierher gekommen, hätte Carla Max vielleicht nie getroffen. Diese Gelegenheit gilt es zu nutzen, denn beide können sich gegenseitig bereichern. Unsere Arbeit besteht darin, dafür eine gute Grundlage zu schaffen.

Warum sollten Sie teilnehmen?

  • Sie lernen neue Kolleginnen und Kollegen kennen und leisten dabei einen wichtigen Beitrag zu einer funktionierenden Gesellschaft.
  • Wir bereiten Sie darauf vor.
  • Sie nehmen an einem strukturierten, viermonatigem Programm teil, das Ihnen auch den Austausch mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ermöglicht.
  • Wir stehen Ihnen während des Programms mit Rat und Tat zur Seite.
  • Sie erfahren, was (Arbeitsmarkt)integration von Geflüchteten konkret bedeutet und können in Ihrem Unternehmen als Ressourcenperson für dieses Thema fungieren.

Was passiert, nachdem Sie den Fragebogen ausgefüllt haben?

  1. Wir melden uns bei Ihnen und vereinbaren ein Gespräch.
  2. Wir schlagen Ihnen eine Person für das Mentoring vor. Sollten wir zeitnah kein passendes match finden, können Sie Ihr Profil länger in unserer Datenbank belassen. Das besprechen wir aber individuell.
  3. Wir laden Sie zu einem eintägigen Vorbereitungsseminar ein, bei dem der Programmablauf noch einmal besprochen wird und Sie sachdienliche Informationen erhalten. Bei dieser Gelegenheit treffen Sie auch die anderen Mentorinnen und Mentoren.
  4. Ihre Mentoringpartnerschaft startet im Februar. Beim ersten Kennenlernen sind wir dabei.